MS AEGEAN SPIRIT, MS BRUNSHÖFT
und MS ELITA
drei von acht Schwesterschiffen.

MS AEGEAN SPIRIT ex BRUNSKAPPEL
Eigner bei Aufnahme des Fotos am 19.10.1984: Mebbin Shipping Corp., Griechenland
Dieses Foto wird sicherlich in keinem zukünftigen Bildband zu finden sein, und doch hat es etwas Symbolhaftes. Stellvertretend für eine Flotte "Weißer Schwäne", die formschön, elegant, fast divenhaft die Elbe nach dem Zweiten Weltkrieg herauf- und hinunterglitten, liegt dieses Schiff in Hamburg an den Pfählen. Der Glanz der vergangenen Jahre ist dahin, man hört und sieht den Abgesang. Jahrzehnte gehörten die deutschen Kühlschiffe zu den Meisterleistungen deutscher Schiffbaukunst. Sie waren die schnellsten und schnittigsten Schiffe unserer Handelsflotte. Verschiedene Reedereien verfügten über eine stattliche Anzahl dieser "Bananendampfer", die sehr häufig Passagiere mit auf ihre Reisen nahmen. Fahrtgebiet, Service und Unterkunft standen hoch in der Gunst der Mitreisenden. War es zunächst die HAPAG, die 1903 den Dampfer SIBIRIA bei Blohm & Voss zum Kühlschiff umbauen ließ, folgte dann die Reederei Laeisz 1914 mit PUNGO und PIONIER, die durch die Kriegsereignisse ihrer eigentlichen Aufgabe aber nicht mehr zugeführt werden konnten. Fast 20 Jahre war Laeisz konkurrenzlos in der Kühlschiffahrt tätig, als erst Ende der 30er Jahre sich weitere Reeder ein gutes Geschäft in diesem Bereich versprachen. Der Zweite Weltkrieg führte zum Untergang der deutschen Handelsschiffahrt und 1951 gestattete das Petersberger Abkommen den Bau von sechs Kühlschiffen, deren Geschwindigkeit - im Gegensatz zu den anderen Schiffen - nicht auf 12 Knoten beschränkt war. Mit der PROTEUS, dem ersten deutschen Kühlschiffneubau, die am 07. Juli 1951 abgeliefert wurde, nahm die Reederei Laeisz die durch den Krieg unterbrochene Kühlschiffahrt wieder auf. Erneut stiegen Reeder und interessierte Gruppen in das Geschäft mit der Kühlschiffahrt ein. Namen wie Slomann, Schuldt, Bruns, Horn, Hamburg-Süd usw. waren feste Begriffe, die 20 Jahre große Erfolge zu verzeichnen hatten. In den 70er Jahren kam es dann zu einer Rezession, in der die Reeder begannen, ihre Schiffe zu verkaufen und auszuflaggen. Bis Anfang 1979 hatte Bruns seine gesamte Flotte verkauft. Auch die anderen Reeder gaben auf. Mit der BLUMENTHAL und der BREMERHAVEN der Scipio Gruppe gehen 1981 die letzten beiden deutschen Kühlschiffe an J. Lauritzen, Kopenhagen.
Text: Christian Biedekarken

MS PLAYAS ex BRUNSKAPPEL
Eigner bei Aufnahme des Fotos: Epsilon Tanker Shipping Inc. (Uiterwyk Co.), Monrovia, Liberia.
MS BRUNSKAPPEL
wurde am 30. Mai 1964 von der Lübecker Flenderwerke A.G., Lübeck, mit der Bau-Nr. 543, an die Reederei W. Bruns & Co, Hamburg, abgeliefert. 07. August 1972 verkauft und umbenannt in "ASPASSIA". Eigner ist Fundadora Armadora SA, Piräus, Griechenland. 1977 verkauft und umbenannt in "PLAYAS". Eigner ist Epsilon Tanker Shipping Inc. (Uiterwyk Co.), Monrovia, Liberia. 1981 verkauft und umbenannt in "AEGEAN SPIRIT". Eigner ist Mebbin Shipping Corp., Piräus, Griechenland. 24.3.1985 an Noori Trading Co. in Karachi und (2.5.1985) über Eckhardt Marine GmbH, Hamburg durch diesen zum Abbruch. 7.5. Beginn in Gadani Beach 23.5.1985 und 13.6. durch das Vereinigte Arabische Emirate Abbruchschiff MS „Otis“ gerammt, welches hierbei auseinanderbricht.
Technische Daten:
MS BRUNSKAPPEL war wie folgt vermessen:
Länge ü.a.: 136,0m Breite: 16,83m Tiefg: 6,56m BRT: 4701 NRT: 2656 tdw: 5139 Besatzung: 44 Passagiere: 12 Antrieb: 1 Mot. 2Te 8x700/1200 Hersteller: MAN AG, Augsburg PS: 9600 Kn.: 21

MS BRUNSHÖFT in Charter der ?
MS BRUNSHÖFT
Werft: Rheinstahl Nordseewerke GmbH, Emden Bau Nr.: 388 Stapellauf am 12. Juli 1966. Übergabe am 11. November 1966 an Willy Bruns & Co. KRfPR, Hamburg Verkauft am 31. Juli 1975 an USSR, Kaliningrad. Neuer Name: DNESTROVSKIY LIMAN. Umbau zum Fischtransporter. 1980 USSR Neuer Name: ZAPRYBA. 1983 USSR Montransflot. 1991 USSR Black Sea Shipping Co. 1992 Montransflot. 1994 Kaliningrad Refrigeration & Transport Fleet-Kaliningradreftransflot. 1995 Retransflot Joint Stock Co.- A/O Retransflot. 06. August 1994 an Alang zum Abbruch, der ab 26.8. hier bei Khanbhai Yusufbhai beginnt.
Technische Daten:
MS BRUNSHÖFT war wie folgt vermessen:
Länge ü.a.: 135,2m Breite: 16,83m Tiefg: 6,56m BRT: 4639 NRT: 2606 tdw: 5000 Besatzung: 44 Passagiere: 12 Antrieb: 1 Mot. 2Te 8x700/1200 Hersteller: MAN AG, Augsburg PS: 9600 Kn.: 21

MS ELITA ex BRUNSECK
Eigner bei Aufnahme des Fotos: Matropico Armadoro SA, Piräus
MS BRUNSECK
Werft: Lübecker Flender Werke AG, Lübeck. Bau Nr.: 544 Stapellauf am 09. Januar 1964. Die Ablieferung zum 20. April wurde durch ein Feuer im Maschinenraum am 13. April, verzögert. Übergabe am 30. Juli 1964 an Willy Bruns & Co. KRfPR, Hamburg. Februar 1971 Verkauf an Martropico Armadora SA, Piraeus. Neuer Name: ELITA. 1976 an South Seas Shipping Co. (Uiterwyk Co.), Monrovia / Liberia. Neuer Name: SUSI U. 1978 an Byzantion Shipping Co. SA, Piraeus. 1980 neuer Name: CHIOS REEFER. 12. Juli 1983 auf Reise Santos - Rotterdam in Pos. 49.58 N 02.10 W/etwa 15 Meilen NW Cap la Hague-Englischer Kanal. Ausbruch eines Brandes im Maschinenraum, der aber unter Kontrolle gebracht werden kann. 21. Juli 1983 ab Rotterdam nach Piraeus und 3. August erneut Ausbruch eines Brandes im Maschinenraum nach Explosion in Pos. 36.48 N 14.29 O/SO von Sizilien und dann am 4. August in Pos. 36.47,54 N 14.28,06 O/1,25 Meilen vor Cap Scalambri gesunken. Die 22 köpfige Besatzung wird verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht.
Technische Daten:
MS BRUNSECK war wie folgt vermessen:
Länge ü.a.: 136m Breite: 16,83m Tiefg: 6,56m BRT: 4701 NRT: 2655 tdw: 5132 Besatzung: 39 Passagiere: 12 Antrieb: 1 Mot. 2Te 8x700/1200 Hersteller: MAN AG, Augsburg PS: 9600 Kn.: 21
Diese acht Schiffe waren baugleich:
BRUNSDEICH
BRUNSECK
BRUNSGARD
BRUNSHÖFT
BRUNSHOLM
BRUNSKAPPEL
BRUNSKOOG
BRUNSTOR
Quelle:
Abert, H.-J.:"Die Deutsche Handels-Marine 1870-2000" Eigenverlag
Biedekarken, Ch.: Eigene Recherche
Kludas, Arnold; Witthohn, Ralf : "Die deutschen Kühlschiffe" Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford