MS HORNBAY und MS HORNSOUND
der Pluto Shipping Corp. Monrovia

MS HORNBAY ex FORT SAINTE MARIE, Pluto Shipping Corp. Monrovia,
Korrespondent-Reeder Schiffahrtskontor HORN-LINIE OHG, Hamburg
1970 liefert die Werft Ateliers & Chantiers de Dunkerque & Bordeaux France-Gironde, Dunkerque, das Kühlschiff Typ: Polytherme de 9000 / 362080 cbft, MS FORT SAINTE MARIE an die CGT (Compagnie Generale Transantlantique), Dunkerque, (Fr) aus. 1975 fusioniert die CGT mit der Compagnie des Messageri Maritimes zur CGM, Compagnie Générale Maritime. Januar 1981 wird das Schiff an die Pluto Shipping Corp. Monrovia, (Li) verkauft. Korrespondent-Reeder ist Schiffahrtskontor Horn-Linie OHG, Hamburg. Neuer Name: HORNBAY. Das Schiff wird in der Fruchtfahrt im Kontinent/Westindien-Dienst eingesetzt. Am 18.07.1987 wird das Schiff mit Beendigung der 72. Reise in Hamburg von der Horn-Linie außer Dienst gestellt. Gleich danach wird es von Schuppen 42 in den Oderhafen verholt und dort aufgelegt. Im Juli 1987 erfolgt der Verkauf an Challenge Shipping & Trading SA, Nassau, (Bs). Korrespondent-Reeder ist Enterprises Shipping Trading SA, Piräus (Gr) 23.07.1987 ist Übergabe Neuer Name: SUNDAYBAY. 08.04.1989 auf der Reise von Brest nach Yeddah bei Suez Kanal-Pilotstation mit dem iranischen Tanker MOKRAN kollidiert und später zum Totalverlust erklärt. Jedoch repariert und wieder in Fahrt. 1989 neuer Name: CHATEAULIN. Searain Shipping Co. Monrovia (Li), Korrespondent-Reeder ist Enterprises Shipping Trading SA, Piräus (Gr). 1993 verkauft an Olivia Mar, Ltd. Nassau (Bs), Korrespondent-Reeder ist Mayfair Shipping Ltd., London, die das Schiff 1998 an einen indischen Abbrecher verkauft.
Als 1981 die letzten beiden deutschen Kühlschiffe der Scipio Gruppe, MS BLUMENTHAL und MS BREMERHAVEN an J. Lauritzen, Kopenhagen, verkauft werden, kommen mit HORNBAY und HORNCAP noch einmal zwei "weiße Schwäne" mit Horn-Schornstein - unter Liberia Flagge - im Frucht-Liniendienst nach Hamburg. 1987 werden beide Schiffe, die eher einer Yacht als einem Frachtschiff gleichen, verkauft.

MS HORNSOUND ex HORNCAP ex AQUILON, Pluto Shipping Corp. Monrovia,
Korrespondent-Reeder Schiffahrtskontor HORN-LINIE OHG, Hamburg
Dieser Schiffstyp, Ende der sechziger Jahre gebaut, wird einigen von Ihnen auf der Elbe begegnet sein. 1981 übernahm die Horn-Linie zwei dieser Kühlschiffe. Es waren dies Fort Sainte Marie und AQUILON, die ihre französische Herkunft nicht leugnen konnten. Sie wurden als HORNBAY und HORNCAP in der Westindienfahrt, eingesetzt. In den vielen kleinen Häfen hatte und hat der Container auf Grund der fehlenden Infrastruktur noch immer nur eine geringe Bedeutung. In einem ständig wiederkehrenden Rhythmus gehörten diese bis zum i-Tüpfelchen gepflegten Schiffe in das damals schon von Containerschiffen geprägte Bild der Elbe. Erst 1987 wurden beide Schiffe verkauft. Wir kennen den Begriff Architectura Navalis, mit dem früher der Schiffbau bezeichnet wurde, man aber die Schiffbau-Kunst meinte, als einen Zweig der Architectura Universalis. Dem Schiffbau wurde damit ein künstlerischer Rang, gleich dem Hochbau an Land zuerkannt.

MS HORNBAY ex FORT SAINTE MARIE, Anker auf vor Pto. Limón
Auch die Franzosen sprachen von „architecture navale“ und haben zumindest einen Teil dieses Begriffes noch bis in die 70er Jahre unseres Jahrhunderts hinübergerettet. Eine gelungene Auslegung dieser Art von Schiffbau, sowie die Einbindung neuerer strömungstechnischer Erkenntnisse und raumbildnerischer Maßnahmen, stellt für mich dieser Schiffstyp - von dem es acht Einheiten gab - dar. Wie einen Dorn, schoben diese Schiffe noch im beladenen Zustand ihren Wulstbug sichtbar vor sich her. Die runde „vor Kraft strotzende“ Heckpartie hinterließ einen gewissen erotisierenden Eindruck. Die Mittschiffsaufbauten mit ihren Vor- und Achterkante sich nach oben verjüngenden Linien vermittelten Eleganz und Sicherheit, die sich dann in der Form des Schornsteins noch fortsetzte. Als Gast an Bord der HORNBAY, erhielt man von der damals noch aus überwiegend deutschen Seeleuten bestehende Besatzung den Eindruck, sich mit diesem Schiff identifizieren zu können. Die liebevolle Pflege ihres Schiffes war der sichtliche Beweis im Verhältnis zu ihrem Schiff. Wenn es weiße Schwäne auf der Elbe gegeben hat, dann gehören diese beiden Einheiten zu der inzwischen ausgestorbenen Spezies Hamburger Fruchtjäger.

MS HORNCAP im September 1985 auf der Schelde
Von diesem Schiffstyp mit seiner traditionellen wunderschönen Form liefen insgesamt acht Stück bei der gleichen Werft vom Stapel. Neben der oben erwähnten FORT SAINTE MARIE waren dies FRIBOURG, NARVAL, AQUILON, IVONDRO, BELOUGA, MARSOUIN und FAVORITA. Die AQUILON fuhr als MS HORNSOUND ebenfalls für die Horn-Linie, allerdings mit einem roten Rumpfanstrich und weißen Aufbauten.
Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle die beiden Crews der HORNBAY und HORNCAP, die Bootsleute sowie die Schiffsleitung sein, die dafür Sorge getragen haben, dass diese Schiffe aufgrund ihres einwandfreien äußeren Zustands immer eine Augenweide darstellten, was sich mit obigen Fotos beweisen läßt. Leider hat der Anblick von Schiffen, die so gut "in Farbe" sind, heute eher Seltenheitswert.
Text: Christian Biedekarken
Technische Daten:
MS HORNBAY war wie folgt vermessen:
Länge ü.a.: 144,08m Breite: 20,07m Tiefg: 7,41m BRT: 8554 NRT: tdw: 6600 Besatzung: Passagiere: Antrieb: 1 Mot. Diesel Hersteller: Burmeister & Wain PS: 13860 Kn.: 21,5

B/V
Modell MS HORNBAY M 1 : 1250
Modellbauer: Ch. Biedekarken

B/V
Modell MS HORNSOUND ex HORNCAP M 1 : 1250
Modellbauer: Ch. Biedekarken
Die Modelle sind im Zustand „seeklar“ Dies bedeutet, daß die Kranausleger fest
auf ihren Stützen liegen. Die im Hafen zum Himmel weisenden Ausleger, lassen das
Schiff erstarren und so wird man diesem Schiff mit seinem französischem Charme
nicht gerecht. Im Hintergrund könnte man sich die Kreidefelsen von Dover
vorstellen. Sollte es dann zufällig noch 12 Uhr mittags sein, verspreche ich
Ihnen, daß Kapitän Buschoff aus der sonnenbeschienenen Stb. Nock Ihnen zuwinken
wird.
Quelle:
Abert, H.-J.:"Die Deutsche Handels-Marine 1870-2000" Eigenverlag
Biedekarken, Ch.: Eigene Recherche
Kludas, Arnold; Witthohn, Ralf : "Die deutschen Kühlschiffe" Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford