Die ersten Nachkriegsneubauten
des Norddeutschen Lloyd
1951, sechs Jahre nach Ende des II. Weltkrieges, konnte der Norddeutsche Lloyd die ersten Neubauten in Dienst stellen. Es waren sechs Schiffe der sogenannten "Rheinsteinklasse". Die MS RHEINSTEIN war das erste Schiff dieser Klasse, das im März 1951 an die Roland Linie, Schiffahrtsgesellschaft mbH, abgeliefert wurde. Hinter dieser Linie stand der NDL, der unter seinem alten Namen noch kein Reedereigeschäft betreiben konnte, um sich nicht der Beschlagnahme von Schiffen auszusetzen. Dies hing mit nicht ausgeglichenen Konten im Ausland zusammen. Deshalb fuhren diese Schiffe bis 1958 mit einem (Loyd)gelben Schornstein mit schwarzem Top. Von März bis August 1951 wurde jeden Monat ein Schiff dieser Klasse an die Roland Linie abgeliefert. Erst 1971 wurden diese Schiffe, die 1970 durch die Fusion mit der Hapag in die Hapag-Lloyd AG übernommen wurden, ausgemustert und verkauft.

MS EMSSTEIN Norddeutscher Lloyd, Bremen
Beim Wiederaufbau des vor dem Krieg bestehenden Liniennetzes orientierte sich die Reederei an dem prosperierenden deutschen Aussenhandel. Für die älteste Lloydroute über den Nordatlantik nach New York bediente man sich 1950 zunächst ausländischer Charterschiffe. Das gleiche galt auch für den Westindien-Kuba-Golf von Mexiko-Dienst. Nach und nach wurde mit den sechs 5.000 t, die alle beim Bremer Vulkan entstanden, die Chartertonnage abgelöst. MS RHEINSTEIN wurde am 15. März 1951 abgeliefert. Es folgten MS LAHNSTEIN am 17. April. MS SAARSTEIN am 17. Mai. MS INNSTEIN am 16. Juni. MS EMSSTEIN am 16. Juli und MS RUHRSTEIN am 16. August 1951. Schon vor dem Krieg gab es auf verschiedenen Routen einen Gemeinschaftsdienst mit der HAPAG der sich bewährt hatte. Um eine inzwischen notwendige Abfahrtsdichte zu erreichen, kam es wieder zu einer nutzbringenden und gedeihlichen Zusammenarbeit, da die HAPAG bis November 1953 sieben Schiffe des gleichen Typs einbrachte.
Text: Christian Biedekarken

MS RUHRSTEIN Norddeutscher Lloyd, Bremen
MS RHEINSTEIN durch Fusion am 01.09.1970 zur Hapag-Lloyd AG. September 1971 verkauft. Neuer Name: DONAUTAL. 1980 weiterverkauft. Neuer Name: LAURGAIN EXPRESS. MS LAHNSTEIN durch Fusion zur Hapag-Lloyd AG. Juli 1971 verkauft. Neuer Name: KONRAD, 1973 umbenannt in CLARKIA, 1974 weiterverkauft. Neuer Name: VICTORIA. 1977 weiterverkauft Neuer Name: VICTORIA S. Im April 1980 in La Spezia abgewrackt. MS SAARSTEIN durch Fusion zur Hapag-Lloyd AG. 1971 verkauft. Neuer Name: DRAUTAL. Am 28.02.1972 nach Ausfall des Ruders bei Cap Frehel auf die Felsen gelaufen, nach St. Malo geschleppt. Ankunft in Hamburg am 10.05.1972. Bei Eisen & Metall AG abgebrochen. MS INNSTEIN durch Fusion zur Hapag-Lloyd AG. 1971 verkauft. Neuer Name: SICCARIBIK. 1974 weiterverkauft. Neuer Name: MATO. 1975 weiterverkauft. Neuer Name: LIBERTAS. 1977 weiterverkauft. Neuer Name: CLOUD. 1978 weiterverkauft. Neuer Name: SHENTON. 1978 weiterverkauft und 1979 umbenannt. Neuer Name: ST ANNA. 1980 in Kaohsiung abgebrochen. MS EMSSTEIN durch Fusion zur Hapag-Lloyd AG. 1971 verkauft. Neuer Name: MURTAL. 1972 weiterverkauft. Neuer Name: MURJO. 1976 weiterverkauft. Neuer Name: VIOLETTA. 1980 in Gadani Beach abgebrochen. MS RUHRSTEIN kollidierte am 05.10.1969 auf der Reise von Philadelphia nach Hamburg im Nebel mit dem griechischen MS MARTHA bei Texel Feuerschiff wobei MS RUHRSTEIN in Brand geriet und von der Besatzung aufgegeben wurde. Später in Schlepp genommen und nahe Den Helder auf Grund gesetzt. Am 07.10. im Schlepp nach Bremerhaven wo das Schiff entladen wird. 1969 an Eisen & Metall AG zum Abbruch.
Technische Daten:
MS RHEINSTEIN war wie folgt vermessen:
Länge ü.a.: 119,60m Breite: 15,30m Tiefg: 6,42m BRT: 2693 NRT: 1495 tdw: 4940 Besatzung: 31 Passagiere: 2 Antrieb: 1 Mot. 2-Takt Diesel MAN Hersteller: Bauwerft PS: 3900 Kn.: 12
Quelle:
Abert, H.-J.:"Die Deutsche Handels-Marine 1870-2000" Eigenverlag
Biedekarken, Ch.: Eigene Recherche
Witthöft, H.J.: "Norddeutscher Lloyd" Koehlers Verlagsgesellschaft Herford
Witthöft, H.J.:"HAPAG Hamburg Amerika Linie" Koehlers Verlagsgesellschaft Herford
Die s/w Fotos von Reinhard Nerlich können Sie beziehen beim:
Schiffahrtsverlag Voß
Sülldorfer Landstraße 208
22589 Hamburg
E-Mail: Mirko Vossatgmx.de
Bitte setzen Sie für at das Zeichen @ ein